Pflegeversicherung

Pflegeversicherung

Pflegeversicherung – Wann leistet sie?

Pflegeversicherung – Der Beginn einer Demenzerkrankung zeigt sich bei vielen Menschen zunächst nur sehr zögerlich. Sie beginnen, leicht vergesslich zu werden, zeigen leichte Verwirrtheitszustände oder verstehen die Bedeutung von einfachen Worten nicht mehr. So war es auch bei der Mutter von Herrn Finance.

Ein Besuch beim Arzt bringt häufig die Diagnose hervor. Manche Betroffene können sich teilweise noch selbst versorgen – je nachdem, wie schnell die Krankheit voranschreitet. Der Arzt bereitete Herrn Finance darauf vor, dass seine Mutter ein Pflegefall werden würde und zu diesem Zeitpunkt schon einen Pflegebedarf in der Pflegestufe 0 bestand.

Herr Finance stand nun ganz plötzlich vor der Frage, wie das Zusammenleben seiner beiden Eltern nun weitergehen sollte.

Pflegeversicherung – Gut beraten ist, wer in frühen Jahren rechtzeitig vorgesorgt hat

Die Mutter von Herrn Finance war ihr Leben lang Hausfrau gewesen und in der gesetzlichen Pflegeversicherung über ihren Mann abgesichert, der über 45 Jahre als Handwerker gearbeitet hatte. Sie bezogen eine Rente, mit der sie bislang so gerade eben ausgekommen waren.

Durch die Demenzerkrankung der Mutter begann Herr Finance nun nachzulesen, für welche Bereiche die gesetzliche Pflegeversicherung aufkommt. Er vereinbarte zunächst einen Termin mit dem MDK – dem medizinischen Dienst der Krankenkassen – zur Feststellung der Pflegestufe seiner Mutter.

 Pflegefall

Pflegeversicherung – Die gesetzliche Pflegeversicherung als eine der 5 Säulen der Sozialversicherung

Im Jahr 1995 wurde die gesetzliche Pflegeversicherung als eine eigenständige Säule in der Sozialversicherung eingerichtet. Zu den 5 Säulen der Sozialversicherung gehören Krankenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung.

Mit den gesetzlichen Sozialabgaben zahlt jeder Arbeitnehmer – und im bestimmten Umfang auch freiwillige Versicherte – in dieses Sozialsystem ein. Der Vater von Herrn Finance hat während seiner 45-jährigen Tätigkeit als angestellter Tischler – sowie während seiner 3-jährigen Ausbildung zu diesem Beruf – seine Beiträge in diese Sozialversicherung lückenlos eingezahlt.

Die Hauptaufgabe der gesetzlichen Pflegeversicherung liegt darin, dass Personen, die nicht mehr in der Lage sind, sich im täglichen Leben selbst und ohne fremde Hilfe zu versorgen, von der gesetzlichen Pflegeversicherung finanziell unterstützt werden.

§14 SGB XI (Sozialgesetzbuch) besagt, dass bei Personen eine Pflegebedürftigkeit besteht, wenn sie aufgrund von Erkrankungen oder Behinderungen, die körperlicher, seelischer oder geistiger Natur sein können, für die täglichen Verrichtungen im alltäglichen Leben in erheblichem Umfang Hilfe benötigen.

Dieser Bedarf an Hilfe muss dauerhaft sein und mindestens für die nächsten 6 Monate bestehen. Die Verrichtungen des täglichen Lebens betreffen 4 verschiedenen Lebensbereiche:

  • Körperpflege – hierzu gehören Baden, sich Waschen, Duschen, Zahnpflege, Rasieren, Kämmen sowie Blasen- und Darmentleerung
  • Ernährung – z. B. Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung der Nahrung, zur Verfügung stellen und kontrollieren von ausreichender Flüssigkeit
  • Mobilität – z. B. Hilfe beim Aufstehen und Setzen, Hilfe beim Zubettgehen, Hilfe beim Treppensteigen
  • hauswirtschaftliche Versorgung – hierzu gehören Kochen, Spülen, Einkaufen, Putzen, Wäsche waschen und weitere Tätigkeiten

Patientenverfügung Vorsorgevollmacht
Viele dieser Tätigkeiten konnte die Mutter von Herrn Finance noch selbstständig ausführen, aber ihre beginnende Demenz erschwerte die Situation für ihren Ehemann sehr. Immer häufiger fand er Dinge an Orten wieder, wo sie nicht hingehörten.

Die Mutter begann, ihre Blusen über Pullover zu ziehen oder zog sich auf links gedrehte Kleidungsstücke an. Ihre Schuhe hielt sie teilweise in der Hand, betrachtete sie lange und wusste nichts damit anzufangen.

Ohne die ständige Kontrolle und Hilfe von Vater Finance konnte sie die täglichen Verrichtungen des alltäglichen Lebens nicht mehr organisieren. Für den Vater wurde die Situation allmählich eine große Belastung. Er wartete auf den vereinbarten Termin, an dem der Gutachter des MDK kommen sollte, um eine weitere Klärung herbeizuführen.

Nach seinem jetzigen Kenntnisstand wurde ihm auch bewusst, dass es nicht ausreichend ist, sich allein auf die gesetzliche Pflegeversicherung zu verlassen.

 

Pflegeversicherung – Der MDK stellt die Pflegestufe in der gesetzlichen Pflegeversicherung fest

Die Pflegestufen in der gesetzlichen Pflegeversicherung sind in § 15 SGB IX geregelt. Die Pflegestufe 0 ist im eigentlichen Sinne der Pflegeversicherung noch keine Pflegestufe. Für sie gelten besondere Bedingungen.

Die Pflegestufe 0 wurde 2013 im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes beschlossen und kann für Personen beantragt werden, die keinen oder nur sehr geringen Pflegebedarf haben, aber ihren Alltag trotzdem nicht ohne Hilfe bewältigen können und auf andere Menschen angewiesen sind. Diese demenziell oder an einer anderen seelischen oder geistigen Erkrankung oder Behinderung leidenden Menschen können – auch wenn sie noch nicht unter die Pflegestufe I fallen – Pflegegeld und Pflegesachleistungen erhalten.

Das Pflegegeld wird in einer Höhe bis zu 123 Euro im Monat und die Pfegesachleistungen werden bis zu einer Höhe von 231 Euro im Monat von der Pflegeversicherung gezahlt. Weiterhin können bei der Pflegeversicherung Zuschüsse zur Verhinderungspflege geltend gemacht werden.

Ebenso übernimmt die Pflegeversicherung auch Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln oder für Verbesserungen des Wohnumfeldes für pflegebedürftige Personen.
Sorgenfrei durch Vorsorge

 Pflegeversicherung  – Wieso ist Vorsorge so wichtig?

Claus Roppel, Finanzexperte und Vermögensexperte der Finanzberatung Düsseldorf sagt dazu: “Ein Pflegefall kann jeden aus heiterem Himmel treffen. Der beliebte und erfolgreiche Rennfahrer Michael Schumacher hätte sicher auch nie gedacht, dass er mal im Koma liegen würde.”

Nach Expertenmeinung von Claus Roppel ist leider immer wieder festzustellen, dass dieses zu unserem Leben gehörende Pflegerisiko von viel zu vielen Menschen verdrängt wird oder viel zu spät mit einer maßgeschneiderten Vorsorge mit einer privaten Pflegeversicherung begonnen wird. Man versichert lieber gerne sein Auto Vollkasko, statt die eigene Existenz vor dem ganz erheblichen finanziellen Risiko der drastisch steigenden Pflegekosten zu schützen.”

Guter Rat ist weder teuer, noch unmöglich! Im Gegenteil, auf Informationsabenden zum Thema “Was Sie zur rechtzeitigen Pflegeprävention wissen sollten, um sich vor drastisch steigenden Pflegekosten zu schützen!” erhalten Sie Informationen zum Thema aus erster Hand.

 

 

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Erfahrungen & Bewertungen zu Claus Roppel